Kapitel 4 – Ziele wachsen lassen: Alte Blockaden, neue Betriebssysteme
Es gibt eine Art von Hindernis, die sich nicht wegorganisieren lässt: den inneren Widerstand. Nicht Zeitmangel. Nicht fehlendes Wissen. Sondern die tiefe, oft unbewusste Überzeugung: „Das ist nichts für mich. Ich bin nicht gut genug. Wer bin ich, dass ich das tue?“
Diese Glaubenssätze sind keine persönliche Schwäche. Sie sind geerbt – aus Familiensystemen, aus kollektiven Erfahrungen, aus einer Geschichte, in der Frauen jahrhundertelang keine eigene Stimme, kein eigenes Konto, keine eigene Berufung haben durften. In Deutschland durften Frauen erst ab 1958 ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten. Das klingt weit weg. Es wirkt trotzdem noch nach.
Claire Zammit hat in über zwanzig Jahren Forschung gezeigt, dass sich diese Blockaden weltweit bei Frauen wiederholen – unabhängig von Kultur oder Herkunft. Es geht um Gefühle der Wertlosigkeit, der Machtlosigkeit, des Nicht-erwünscht-Seins.
Das Betriebssystem updaten
Ken Wilber beschreibt persönliche Entwicklung in vier Schritten: clean up – wake up – grow up – show up. Ich finde das Bild des Software-Updates treffend: Wenn wir unser inneres Betriebssystem nicht regelmäßig aktualisieren, läuft irgendwann nichts mehr rund.
Das bedeutet konkret:
- Erkenne, welche alten Überzeugungen dich bremsen
- Frage dich: Ist das meine Wahrheit – oder geerbt?
- Übe, deine eigenen Bedürfnisse ebenso ernst zu nehmen wie die der anderen
- Handle so, als ob du bereits die Person wärst, die du sein möchtest
Dazu braucht es keine jahrelange Therapie. Es braucht Aufmerksamkeit, ehrliche Selbstreflexion – und ein Umfeld, das dich darin unterstützt.
Sich von alten Blockaden zu befreien ist wie ein neues Betriebssystem zu installieren. Es braucht einen Neustart – und dann läuft alles flüssiger.
Welcher Glaubenssatz taucht auf, wenn du daran denkst, dich sichtbar zu zeigen?
Was würdest du tun, wenn du dir sicher wärst, dass es gelingt?