Kapitel 3 – Uta’s Weg zur digitalen Vorreiterin
Ich bin mit 7 Jahren nach Namibia ausgewandert und dort aufgewachsen, im afrikanischen Busch. Meine Brüder brachten mir bei, wie man einen Jeep repariert, wenn man mitten in der Savanne liegen bleibt. Technik war für mich nie etwas Beängstigendes – sie war Werkzeug. Punkt.
Anfang der achtziger Jahre studierte ich Informatik in Kapstadt – in einem Kurs, in dem ein Drittel der Studierenden Frauen waren. Dann kam ich zurück nach Deutschland und bekam 1984 bei Bosch in Stuttgart meine erste Stelle. Bei der Begrüßungsveranstaltung war ich die einzige Frau unter etwa siebzig Ingenieuren.
Das blieb für viele Jahre so. Und ich passte mich an – ohne es zu merken. Ich trennte mein Leben in zwei Hälften: die berufliche Welt der Männer und das private Leben als Mutter, Hausfrau, Frau. Ich versuchte nie, der bessere Mann zu sein. Aber ich sah lange nicht, was ich allein durch mein Frau-Sein in Räume mitbrachte.
Die Erkenntnis, die alles veränderte
Erst als ich tiefer über das feminine und maskuline Prinzip nachdachte, wurde mir klar: Meine Intuition, meine Empathie, mein Vernetzungsdenken – das sind keine Selbstverständlichkeiten. Das sind Fähigkeiten, die in einer komplexen, schnellen, unvorhersehbaren Welt dringend gebraucht werden.
In 30 Jahren als Trainerin und Unternehmerin habe ich gelernt, wie Selbstorganisation funktioniert, was Teams wirklich stark macht, und warum die besten Ergebnisse dort entstehen, wo feminine und maskuline Energie im Gleichgewicht sind.
Ich habe auch gelernt: Das größte Hindernis sitzt nicht draußen. Es sitzt in uns. In alten Glaubenssätzen, in ererbten Mustern, in der Stimme, die flüstert: „Dafür bin ich nicht gut genug.“
Als Mutter von zwei Töchtern und als Trainerin, die weltweit mit Frauen und Teams arbeitet, ist es mir zur Mission geworden, diesen Weg sichtbar zu machen – damit andere Frauen nicht so lange suchen müssen wie ich.
Du baust nicht von null. Du verpackst Jahrzehnte der Meisterschaft in ein neues Format.
Welchen Moment in deiner Karriere schätzt du heute als Wendepunkt ein?
Was hast du in deiner Erfahrung, das andere Menschen wirklich brauchen?